Wetten auf die Anzahl erzielter Tore: Nullnummer oder Schützenfest?
Onlinewetten
/ Torsten Kahl / 10 Juli 2009 / Kommentar schreiben
Heute möchte ich eine beliebte Wettform etwas näher vorstellen. Es handelt sich um die Toranzahlwetten, auch „über/unter-Torwette" (bzw. over/under) genannt. Es geht dabei um die Voraussage, wieviele Treffer in einem Spiel erzielt werden.
Am beliebtesten ist der Markt, auf dem die Grenze bei 2,5 Toren angesetzt wird. Wenn Sie z.B. bei einem Spiel auf "unter 2,5 Tore" wetten, dann dürfen maximal zwei Treffer fallen, damit Sie die Wette gewinnen. Dies ist natürlich um einiges sicherer, als sich auf die genaue Toranzahl festzulegen, da dies fast einem Ergebnistipp gleich kommt - und das ist bekannter Weise nicht ganz so einfach.
Wenn man einen solchen Tipp wagt, sollten einige Faktoren in die Überlegungen einbezogen werden. Da ist primär das Torverhältnis beider beteiligter Mannschaften zu betrachten. Dort ist zu erkennen, ob die Teams eher offensiv ausgerichtet sind oder den Schwerpunkt eher auf die Defensive legen (dabei die Philosophie des jeweiligen Trainers beachten). Dazu sind einige Ligen traditionell eher torreich oder eben torarm. Prägnante Beispiele sind dafür die Niederlande (1. und 2. Liga), dort lag der Toreschnitt in den letzten Jahren weit über 2,50 und auch die Bundesliga war zuletzt „over-lastig" (2,92 Tore pro Spiel)! Anders die Situation in Frankreichs Ligen: Dort steht die Defensive im Vordergrund und je nach Quote ist primär die „under-Wette" zu empfehlen.
Dazu ist es selbstverständlich, dass neben dem Torverhältnis der beteiligten Teams weitere wichtige Aspekte mit einzubeziehen sind: Verletzungen und Sperren wichtiger Spieler, Bedeutung und Zeitpunkt (Partien unter Flutlicht sind tendenziell leicht torreicher) des Spieles oder die Jahresbilanzen (bisherige Begegnungen gegeneinander) sind bedeutsam für einen fundierten und erfolgreichen Tipp.
Betfair bietet bei vielen Spielen übrigens auch die „Toranzahlgrenzen" von 1,5 bzw. 3,5 an, wobei man diese Torwetten nur ganz gezielt anwenden sollte. Eine Wette auf weniger als 1,5 Tore ist natürlich riskant, da ja dabei maximal ein Treffer fallen darf. Allerdings sind sie „quotentechnisch" ziemlich lukrativ (zumeist weit über 3.0), wobei sich dafür primär erste Spiele einiger Mannschaften bei großen Meisterschaften anbieten (oder auch die Hinspiele in K.o.-Wettbewerben, z.B. in der Champions League). Bei der Torgrenze von 3,5 ist die Quotenverteilung ähnlich, nur das dann die niedrigere Quote (meist zwischen 1.2 und 1.3) selbstverständlich auf die Voraussage "weniger als 3,5 Tore" fällt. Wer auf „mehr als 3,5 Tore" setzt, sollte naturgemäß gute Indizien dafür haben, dass die Mannschaften in diesem Spiel sehr offensiv ausgerichtet sind oder (z.B. bei Rückspielen internationaler Wettbewerbe) hoch gewinnen müssen.
Torsten Kahl ist Autor bei "Bet for Success", http://www.bet-for-success.de
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