Wundertüte ohne Wunderspieler
Tennis
/ Klaus Schepers / 27 Oktober 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Ein Blick auf die Siegerliste des Masters in Paris lässt interessante Rückschlüsse zu
Das Tennisjahr geht langsam aber sich dem Ende entgegen. Das Masters Series Event in der Tennisstadt Paris ist das letzte Turnier der Saison, an dem alle Spieler der erweiterten Weltspitze teilnehmen können. Danach steht nur noch der ATP Masters Cup mit den acht besten Spielern der Saison an. Die letzte Chance also, im Tennisjahr 2008 noch einen schönen Gewinn zu erzielen - zum Beispiel mit einem Outrighttipp auf einen Underdog.
Denn die haben in Paris immer gute Karten gehabt. Zwar haben in den letzten Jahren immer sehr gute Spieler gewinnen können - aber niemals der Topgesetze. Die Siegerliste ist eine Wundertüte an talentierten und bekannten Spielern. Bisher aber ohne die aktuellen Wunderspieler Rafael Nadal und Roger Federer. Von den zehn Finalisten der letzten fünf Jahre waren immerhin fünf Spieler ungesetzt. Eine Tatsache, die man auch beim Wetten beachten sollte. Ähnlich wie zu Saisonbeginn, wo die Form der einzelnen Spieler schwer einzuschätzen ist, ist auch das Saisonende nicht einfach für den Tenniswetter. Die Top 8 nehmen das Turnier zwar sehr ernst, aber das entscheidende Prozent könnte fehlen, wenn sie an das letzte Saisonhighlight denken - den Masters Cup in Shanghai, häufig auch als inoffizielle Weltmeisterschaft bezeichnet.
Als Topfavorit geht Roger Federer mit einer Quote von 3,60 ins Rennen. Zunächst könnte man das für eine sehr hohe Quote halten. Der Schweizer stand in Paris allerdings noch nie im Finale. Sein bestes Ergebnis ist das Viertelfinale in den Jahren 2002 und 2003. In den darauffolgenden Jahren hat er das Turnier erst gar nicht in Angriff genommen. Letztes Jahr scheiterte er bereits im Achtelfinale an David Nalbandian. Bei keinem anderen der 13 größten Turniere des Jahres hat der Schweizer eine so schlechte Bilanz. Die Chance also für den Topgesetzten Rafael Nadal? Für ihn gibt es immerhin eine Quote von 4,30. Zuletzt ist er in Madrid aber bereits im Halbfinale ausgeschieden - und sein Knie hielt ihn davon ab, seine Zweitrundenpartie im Doppel zu spielen. Was ist ihm wichtiger - ein gutes Ergebnis in Paris oder die Krönung der Saison mit einem Titel beim Masters Cup? Zumindest im Unterbewusstsein wird diese Frage auch den Spanier beschäftigen. Spricht also einiges für den Schotten Andy Murray, der für eine Quote von 6,20 zu haben ist. Sein größtes Plus ist gleichzeitig aber auch das größte Manko für das anstehende Turnier. Der Schotte konnte erstmalig in seiner Karriere zwei Turniersiege in Folge feiern - das Masters Event in Madrid und das Turnier in St. Petersburg - 10 Spiele in 13 Tagen. Ob er die Kraft hat, fünf weitere Spiele zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Die aktuelle Form spricht aber für den Schotten.
Bei der Siegerliste der letzten Jahre muss man aber auch auf die Underdogs schauen. Nalbandian zu einer Quote von 32,00, Simon für eine 85,00 oder Gasquet für eine 230 sind da nur einige wenige von vielen Spielern der erweiterten Weltspitze, die die traditionelle Schwäche der Wunderspieler in Paris ausnutzen könnten. Denn für sie wird es die letzte Chance sein in diesem Jahr.
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