Sports
Wimbledon - Der Kampf der Giganten rückt näher
4 Juli 2008 | |
David gegen Goliath in doppelter Auflage - Gibt es das Traumfinale Federer - Nadal?
Der Unbezwingbare gegen den Tiefstapler (Federer - Safin, Centre Court, 14 Uhr)
Seit über 60 Spielen in Folge ungeschlagen auf Rasen - sensationell. Bisher ohne Satzverlust geblieben in seinen ersten fünf Spielen - beeindruckend. Ist dieser Roger Federer ein Mensch oder eine Maschine? „Ich habe ein Monster geschaffen. Ich weiß, dass ich jedes Turnier gewinnen muss, um alle zufriedenzustellen", sagte er nach seiner Niederlage im Halbfinale bei den diesjährigen Australian Open. Mit den aufkommenden Konkurrenten Djokovic und Nadal und nach einer längeren Krankheit in der Saisonvorbereitung 2008 konnten alle Tennisfans sehen, dass Roger Federer nicht unbezwingbar ist. Solange es nicht auf seinen Lieblingsbelag geht. Dort ist er seit mehr als sechs Jahren unbezwingbar. Ob die Serie auch gegen Safin hält? Der Russe war immerhin derjenige, der Federer vor seiner Niederlage gegen Djokovic als letzter vom Finaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier abhalten konnte. Das war im Jahr 2005. Danach konnte der Schweizer zehn Mal in Folge das Finale bei den vier Majors erreichen
Safin kennt das Gefühl, ganz oben zu stehen. Für einige Wochen stand er im Jahr 2000 selbst auf Platz 1 der Weltrangliste. Dass er das spielerische Potential hat, steht also außer Frage. Seit zwei Jahren aber ist der Russe nicht mehr in der absoluten Weltspitze anzutreffen. Im letzten Jahr immerhin noch zwischen Platz 20 und 30 platziert, musste er dieses Jahr richtig kämpfen. Beim Masters Event in Hamburg musste er sich sogar durch die Qualifikation spielen, um sich ins Hauptfeld zu spielen. Auch die Vorbereitung auf Wimbledon lief alles andere als gut: In Queens wäre er in Runde 1 fast gegen James Ward ausgeschieden. Gegen wen? Muss man nicht kennen. Hier in Wimbledon hat er sich ins Halbfinale gespielt - und das sogar relativ souverän. Nur drei Sätze hat der Russe verloren in fünf Spielen - und dabei nebenbei mal den Turniermitfavoriten Novak Djokovic in drei Sätzen nach Hause geschickt. Gegen Federer sieht er sich aber als absoluten Außenseiter und glaubt nicht, dass er eine Chance hat. Falls doch, kein Problem. Er kennt das Gefühl, ganz oben zu stehen. Vielleicht klappt's auch hier in Wimbledon. Gewinnt Marat Safin in Wimbledon, kann man aus 10 Euro immer noch 400 machen.
Der Herausforderer gegen die Turniersensation (Nadal-Schüttler, Centre Court, ca. 16 Uhr)
Wenn das erste Spiel das Duell David gegen Goliath ist, so muss man diese Spielansetzung als die des Sohn Davids gegen Goliath² ansehen. Der Deutsche hat sehr gutes Tennis gespielt und ist verdient ins Halbfinale eingezogen. Dass er gegen den Spanier eine Chance hat, glaubt trotzdem niemand. Er hat ein 5-Satz-Match in den Knochen, während Nadal ausgeruht ist und bisher überragendes Rasentennis gespielt hat. Noch nie gab es eine niedrigere Quote für den Favoriten eines Halbfinals bei einem Grand-Slam-Turniers: 1,03. Wer an einen Sieg des Deutschen glaubt, erhält mehr als das dreißigfache seines Einsatzes. Nutzt er die Chance, die er nicht hat? Wer daran glaubt, kann morgen reich werden.
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