Generationen-Duell beim ATP-Turnier in Basel
Tennis
/ Klaus Schepers / 03 November 2009 / Kommentar schreiben

Beim ATP-Turnier in Basel treffen heute ab 16 Uhr (Live im Betfair Video) James Blake und Jeremy Chardy aufeinander. Im Duell zweier Tennisgenerationen dürfte sich der erfahrenere Spieler deutlich durchsetzen.
James Blake ist nur noch die Nummer 41 in der Welt. Das liegt teilweise an schlechten Ergebnissen, aber auch daran, dass er in letzter Zeit eher etwas weniger spielt. Das kann durchaus eine sinnvolle Entscheidung sein, denn der Amerikaner geht auf die 30-Jahre-Marke zu und hat in seiner Karriere schon viele Rückschläge einstecken müssen. Der Tod seines Vaters, ein Nackenbruch nach Kollision mit einem Netzpfosten und eine Gürtelrose, bei der Teile seines Gesichts gelähmt waren.
Nach seiner Rückkehr war er aber stärker als je zuvor. Inzwischen spielt er zwar nicht mehr auf TOP10-Level, aber auf schnellen Hardcourts ist er trotzdem immer noch ein gefährlicher Gegner für fast jeden Spieler. Das hat er zuletzt erst in Asien gezeigt, wo er zwei Mal nur in drei Sätzen gegen Rafael Nadal unterlag. Und wo er gezeigt hat, dass er auch gegen Ende der Saison durchaus noch Spaß hat am Tennis. Sein Absturz in den Rankings hinaus aus den TOP 20 dürfte da eher für zusätzliche Motivation sorgen, denn schlecht hat der Amerikaner zuletzt nicht gespielt.
Sein heutiger Gegner dagegen schon. Jeremy Chardy gehört mit seinen 22 Jahren sicherlich zu einer Reihe von hoffnungsvollen Talenten für die nächsten Jahre. Seit Beginn der Hardcourtsaison Anfang August läuft beim Franzosen aber gar nichts mehr. Zwei Siege in Serie waren das Maximum, einmal beim Masters Event in Cincinnati, wo er von der Aufgabe von John Isner profitierte. Und ein zweites Mal beim Challengerturnier von Orleans, wo er sich vor wenigen Wochen versuchte. Dort scheiterte er dann an Stephane Robert. Richtig, den muss man nicht kennen. In der ersten Runde hatte er gar Probleme mit Matwe Middelkoop. Und nein, auch den muss man nicht unbedingt kennen.
Nun könnte man zu dem Schluss kommen, dass er einfach nur zum Spaß bei dem Challengerturnier angetreten ist und bei den folgenden ATP-Turnieren bessere Leistungen zeigt. Hat er aber nicht. Auch in St. Petersburg scheiterte er nach Sieg gegen einen Qualifikanten schon in Runde zwei wieder - an Ernests Gulbis. Seit Anfang August hat der Franzose eine Bilanz von 7:8 gespielt. Das wird gegen James Blake nicht reichen. Zumal der Amerikaner nur schwer zu breaken ist.
Fazit:
Ich favorisiere hier ganz klar James Blake. Der Amerikaner hat nicht nur zuletzt aufsteigende Form gezeigt, sein Gegner spielt im Moment maximal Tennis auf Top50-Niveau. Und mit diesen Spielern hat Blake auf Hardcourt nur selten Probleme. Entscheidend wird in diesem Spiel sein, wie gut der Amerikaner returniert, denn das ist seine große Schwäche. Wenn Chardy sich beim Aufschlag verbessert zeigen kann, hat er vielleicht die Möglichkeit auf zwei Tie-Breaks. Aber auch da ist der Amerikaner dann deutlich zu favorisieren.
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