Sports
Rainer Schüttler - Arnaud Clement ...
2 Juli 2008 | |
... Wimbledon-Viertelfinale oder doch ein Duell auf der kleinen Challenger-Tour?
Relativ früh konnte man prognostizieren, dass ein verhältnismäßig schwacher Spieler ins Halbfinale von Wimbledon einziehen würde. Mit dem Ausscheiden von Andy Roddick in Runde zwei standen mit Marin Cilic und Janko Tipsarevic zwei mögliche Kandidaten bereit. Doch beide hatten gegen ihre Konkurrenten wenig aufzubieten und so wird die Überraschung noch größer ausgefallen, als sie sich das sowieso schon vorgenommen hatte. Geht man nach den Weltranglistenpositionen von Rainer Schüttler und Arnaud Clement, dürfte das eines der am schwächsten besetzen Viertelfinals der Geschichte aller Grand Slam Turniere sein. Hier trifft die Nummer 94 der Welt auf die Nummer 145. Zum Vergleich: Drei Erstrundenpartien beim Challenger-Turnier in Lugano diese Woche sind von der Ranglistenposition besser besetzt. Aber die Ranglistenposition ist eben nicht alles. Was Erfahrung ausmacht, war nie deutlicher als bei dem Weg der Beiden in dieses Viertelfinale.
... Beide Spieler standen bereits in einem Grand-Slam-Finale - auch damals überraschend
Rainer Schüttler mag diese Form der Leistungsexplosion, auch wenn es sonst nicht so läuft. 2003 konnte er beiden Australian Open als Nummer 36 der Welt ins Finale einziehen - mit Siegen gegen illustre Gegner wie James Blake, David Nalbandian und Andy Roddick hat er die Zahl der gestellten Wecker in Deutschland sicher deutlich erhöht. Erst im Finale war gegen Andre Agassi dann nichts mehr drin. Damals begann das Jahr, dass der Hesse so schnell nicht mehr vergessen wird. Er kletterte bis auf Platz 6 der Weltrangliste, qualifizierte sich für den Masters Cup, das Finale der besten acht Spieler am Jahresende, und konnte selbst da noch bis ins Halbfinale einziehen. In die neue Tennis-Saison startete er dann nicht mehr als der Underdog, der alle überraschen konnte, sondern musste seine starken Leistungen aus dem Vorjahr bestätigen - ein schwieriges Unterfangen. Er startete in die Saison 2004 mit einer schwachen Bilanz von 2:8, um dann erneut zu zeigen, dass er sich nach zwei bis drei guten Spielen in jedem Turnier festbeißen kann. Beim Masters Event von Monte Carlo erreichte er das Finale mit Siegen gegen die Sandplatzkönige Gustavo Kuerten und Carlos Moya - auf Sand. Ein Belag, auf dem er vorher nur durchschnittliches Tennis gespielt hat. Danach lief die Saison so weiter, wie sie begonnen hatte, und Schüttler fand sich am Ende des Jahres in der Weltrangliste wieder dort, wo er vor der Sensation in Melbourne schon stand - um Platz 30. In gewisser Weise steht das Tennisjahr 2003 stellvertretend für viele Turniere, bei denen Schüttler überraschen konnte. Ausrufezeichen in einer eher unscheinbaren Karriere.
Arnaud Clement gelang ebenfalls eine derartige Überraschung. Zwei Jahre vorher, ebenfalls beim ersten Grand-Slam-Turnier des Tennisjahres in Melbourne. Er war damals immerhin die Nummer 18 der Welt. Auf dem Weg ins Finale konnte er unter anderem Roger Federer schlagen, der damals am Anfang seiner Karriere stand. Und wem musste sich Clement im Finale geschlagen geben? Andre Agassi. Genau wie Schüttler in drei Sätzen. Wenn man „parallel" steigern könnte, dann würde es zwischen diesen beiden Altherren definitiv die perfekte Anwendung finden.
Die Trader bei Betfair wissen absolut nicht wer dieses Duell für sich entscheiden kann. Arnaud Clement ist hauchdünner Favorit mit Quoten um 1,90, während man bei einer Wette auf den Deutschen seinen Einsatz etwas mehr als verdoppeln kann (2,10). Wer an einen klaren Sieg für einen der beiden Kontrahenten glaubt, kann da deutlich mehr verdienen. Gewinnt Clement mit 3:0 Sätzen, kann man seinen Einsatz versechsfachen. Bei einem Kantersieg des Deutschen sind mit 10 Euro Einsatz sogar 70 Euro drin.
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