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Analyse Rafael Nadal - Ivo Karlovic

13 Juni 2008 | About Klaus Schepers |

oder: Goliath gegen Goliath

1. Der Belag
Rafael Nadal der kommende Goliath im Herrentennis. Er ist der zweitbeste Rasenspieler der Welt. Das hat er unter anderem mit seinen beiden Finalteilnahmen in Wimbledon 2006 und 2007 gezeigt, wo er erst gegen Roger Federer unterlegen war. Dabei hat er sein Spiel auf dem grünen Belag auch weiter verbessert, was man allein schon an den beiden Finals sehen konnte. Letztes Jahr hatte er den Schweizer am Rande einer Niederlage. In Wimbledon konnte man beim Spanier dabei immer deutliche Leistungssteigerungen feststellen im Vergleich zum Vorbereitungsturnier in Queens. Seine Rasenbilanz in der Karriere: 21-7 [ Letztes Jahr: 8-2]

Ivo Karlovic allein schon aufgrund seiner Maße ein Goliath. Diese Maße [208 cm, 104 kg] sind für das Spiel auf Rasen natürlich ideal. Allein durch seinen Aufschlag gewinnt er 3-4 Service-Games pro Satz. Letztes Jahr konnte er das Vorbereitungsturnier in Nottingham gewinnen und hier ins Viertelfinale einziehen. Wimbledon lief dagegen eher enttäuschend: In Runde 1 das Aus gegen Fabrice Santoro. Er hat in seiner Karriere deutlich mehr Spiele auf Rasen bestritten als sein Gegner, weil er natürlich immer gerne auf dem grünen Belag spielt. Seine Rasenbilanz: 58-27 [Letztes Jahr: 8-2; genau wie Nadal]

2. Die Spieler
Nadal kommt dem French Open-Sieg hierher und ist in der Form seines Lebens. Er ist auf jedem Belag schwer zu besiegen, auch auf dem Rasenbelag. Sein Spiel zeichnet sich nur durch die spielerische Stärke aus, sondern auch durch seinen unbändigen Willen, jedes Spiel zu gewinnen.

Die Form von Karlovic ist in Ordnung, aber mehr auch nicht. Während der Sandplatzsaison konnte er einige passable Ergebnisse erzielen, und nicht umsonst kann er seine Weltranglistenposition um Platz 20 im Moment relativ konstant halten.

3. Das Turnier
Rafael Nadal ist bei diesem Turnier für seine Verhältnisse bisher eher schwach gespielt. Sowohl im Jahr 2006, als auch im Jahr 2007, musste er im Viertelfinale die Segel streichen. Letztes Jahr schied er in zwei Sätzen gegen den späteren Finalisten Mahut aus, im Jahr zuvor musste er im dritten Satz gegen Lleyton Hewitt aufgeben. Er hat also mit diesem Turnier noch eine Rechnung offen.

Sein Weg ins Viertelfinale:

1.Runde: Freilos
2.Runde: Björkman 6:2, 6:2
Achtel: Nishikori 6:4, 3:6, 6:3

Nadal mit deutlichen Schwächen gegen Nishikori. Der Japaner nun wahrlich kein starker Rasenspieler, insofern kann man hier durchaus von einer Schwächephase des Spaniers sprechen, auch wenn das nach den French Open natürlich normal ist.

Ivo Karlovic hat hier eine Bilanz von 13:5 bei diesem Turnier. Sein bestes Ergebnis war das Finale im Jahr 2005, wo er Roddick unterlegen war (6:7, 6:7 natürlich). In diesen 18 Spielen in Queens hat er bisher 19 Tie-Breaks gespielt. Das zeigt, wie wohl auch das Spiel morgen aussehen wird.

Sein Weg ins Viertelfinale:

1.Runde: Freilos
2.Runde: Sirianni 6:3, 6:2
3.Runde: Gonzalez 6:3, 7:5

Nicht einmal einen Tie-Break hat der Kroate bisher benötigt. Das zeigt das er nicht nur aufschlagen kann, sondern auch Druck auf die Aufschläge des Gegners machen kann, und dann die Punkte mit seinem guten Volleyspiel zu vollenden. Dabei möchte ich kurz noch auf seine Aufschlagstatistik vom Spiel gegen Gonzalez eingehen:

Punkte 1.Aufschlag: 35/38
Punkte 2.Aufschlag: 9/10

--> Gonzalez hat hier lediglich 8% der Returnpunkte machen können. Und das obwohl Karlovic für seine Verhältnisse eher wenige Asse (9) erzielt hat. Außerdem auffällig. Karlovic mit 38% der Punkte bei Returnspielen. Ein starker Wert auf Rasen, zumal er sonst hier nur selten über 20-25% macht.

Die Tie-Break-Bilanzen 2008 (2007):

Nadal 7-4 (14-10)
Karlovic 9-15 (43-34)

Nadal die deutlich bessere Tie-Break-Bilanz, Karlovic dafür deutlich mehr Erfahrung. Wer hat den Vorteil? Das kann man bei Betfair nicht nur vor dem Spielbeginn tippen, sondern auch noch während einem Tie-Break, der morgen mindestens einmal zu erwarten ist.

4. Head-to-Head
1:0 Nadal

Das Spiel liegt schon 4 Jahre zurück und fand auf Teppich in Mailand statt: 7:5,6:7, 6:1

5. Fazit
Für den Kroaten spricht die Tatsache, dass Rafael Nadal in den letzten beiden Jahren hier im Viertelfinale ausgeschieden ist und in Wimbledon deutlich besser spielt als in Queens. Doch der Spanier hat sein Rasenspiel von Jahr zu Jahr verbessert. Außerdem hat er einen unbändigen Willen und er ist auf jedem Belag sehr schwer zu besiegen. Die Königsdisziplin des Tennis, das Tie-Break-Spiel , scheint Nadal ebenfalls besser zu beherrschen, hat er in den letzten beiden Jahren dort eine positive Bilanz. Dafür hat Karlovic mehr als drei mal häufiger Tie-Breaks gespielt und eine große Erfahrung in dieser Königsdisziplin. Wer macht das Rennen? Gibt es drei Sätze? Auf all das kann man bei der Wettbörse Betfair zu Super-Quoten wetten. Wem das noch nicht reicht, der kann auch einfach darauf Wetten, ob es einen Tie-Break gibt im Match „Goliath vs. Goliath".

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