Sports
Analyse Andy Roddick - Robby Ginepri
11 Juni 2008 | |
oder: Zwei US-Boys in the UK; der eine zu Gast im Wohnzimmer des Anderen
1. Der Belag
Der Rasen ist Roddicks absoluter Lieblingsbelag. Hier hat er eine sensationelle Karrierebilanz von 57:11. Hier kommt auch seine extreme Tie-Break-Stärke zum Tragen, auf die ich unter Punkt 2 noch näher eingehe. Jedenfalls konnte er letztes Jahr das Turnier gewinnen, bei dem er auch diese Woche wieder am Start ist (und nicht nur einmal; Näheres unter Punkt 3) Außerdem stand 2007 das Viertelfinale von Wimbledon zu Buche. Roddick kann man nach den Großen Drei wohl mindestens als Nummer 4 auf dem Gras sehen.
Sein Gegner, Robby Ginepri, hat lediglich eine leicht positive Rasenbilanz, also eher unscheinbar. Er hat aber ein Spiel, das sich gut für diesen Belag eignet, im Besonderen seinen starken Aufschlag, den er auch hier in der ersten Runde schon unter Beweis gestellt hat. Seine Gesamt-Rasenbilanz: 22-19. Letztes Jahr immerhin ausgeglichen 3:3, und das zu einer Zeit, wo er sonst nicht viel gewonnen hatte.
2. Die Spieler
Daran will auch direkt anknüpfen, wenn es um die Form der beiden Spieler geht. Ginepri war zu Beginn des Jahres bis auf Platz 170 in der Weltrangliste abgerutscht. Beeindruckend, wie er dieses Jahr zurückgekommen ist: Er ist inzwischen drauf und dran, wieder in die TOP 50 einzuziehen, und das Jahr ist noch lange nicht zu Ende. Wenn er so weitermacht, dann kann er durchaus für das "Comeback des Jahres" geehrt werden. Schließlich war er im Jahr 2005 sogar mal TOP 20-Spieler.
Auffällig auch, dass er seit seinem "Comeback" auch auf Sand gutes Tennis gespielt hat. Bei den French Open konnte er bis ins Achtelfinale marschieren. Für einen US-Boy schon außergewöhnlich.
Ginepris Tie-Break-Bilanz 2007 (2008): 4-5 (5-4)
Andy Roddick mit ordentlichen Ergebnissen zuletzt. Bei seinem letzten Turnier, dem Masters Turnier in Rom, konnte er immerhin das Halbfinale erreichen. Und das auf Sand. Dort musste er allerdings mit einer Rückenverletzung aufgeben. Es bleibt abzuwarten, ob er sich davon perfekt erholt hat. Eins ist aber klar: Die Match-Praxis fehlt ein wenig und komplett ausschließen kann man erneute Probleme da natürlich nicht. Deswegen verstehe ich die Quote hier auch absolut nicht, selbst wenn Roddick eine der besten Rasenbilanzen aller Spieler hat.
Roddicks Tie-Break-Bilanz im Jahr 2007 (2008): 35-11 (13-6)
3. Das Turnier
Roddicks Bilanz in Queens: 23-2
In seiner gesamten Laufbahn musste er bisher lediglich 2 Niederlagen einstecken. Gegen Blake 2006 im Halbfinale und zu Beginn seiner Karriere in Runde 1 gegen Youzhny. Die anderen Teilnahmen konnte er mit einem Turniersieg beenden: 2003,2004,2005,2007
Auch Ginepri ist hier mit einer positiven Bilanz (8:6) ausgestattet. Im letzten Jahr scheiterte er im Achtelfinale an Fernando Gonzalez. Der US-Amerikaner hat schon ein Spiel bestritten. In Runde 1 konnte er Vincent Spadea bezwingen. Ganz gut dabei seine Service-Leistung:
13 Asse, 72% erste Aufschläge im Feld; Mit dem ersten Aufschlag zu 85% den Punkt gemacht. Mit derartigen Statistiken wird es auch ein gesunder Roddick schwer haben. Zumindest außerhalb von Tie-Breaks zu gewinnen.
4. Head-to-head
6:1 Roddick
Das letzte Duell konnte Roddick in Indianapolis 2006 mit 7:5 und 6:3 für sich entscheiden. Davor immer knappe Spiele. Zumindest kein Satz deutlicher als 6:4 an den US-Boy. Die Spiele konnte er meist trotzdem gewinnen. Ein Duell auf Rasen gab es allerdings noch nicht.
5. Fazit
Wird Roddick seine herausragende Rasenbilanz fortführen können? Kann er beschwerdefrei spielen, nachdem er in Rom Probleme am Rücken hatte? Fehlt ihm da womöglich schon die Matchpraxis? Wenn es eng wird, kann ihm womöglich seine sehr starke Tie-Break-Bilanz helfen. Beim Rasentennis werden eben viele Spiele in nur wenigen Punkten entschieden. Und da ist Roddick meistens voll da. Wobei auch sein Gegner in Runde 1 bereits zeigen konnte, dass er ein souveräner Aufschläger ist. Tennis, vor allem Rasentennis, kann so in Bruchteilen von Sekunden entschieden werden. Wer diese Bruchteile von Sekunden vorausahnen kann, der ist bei Betfair richtig aufgehoben. Denn hier kann man nicht nur vor dem Match auf alle Tennisspiele setzen, sondern auch noch währenddessen, in-play.
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