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Wie lohnend ist es, Favoriten in Cheltenham zu wetten?
10 März 2008 | |
Es gibt zwei Arten von Wettern. Die einen wetten am liebsten Favoriten, in der Hoffnung auf schnelles und vermeintlich sicheres Geld. Andere bevorzugen Außenseiter, weil diese lohnende Quoten versprechen. Andererseits ist das Risiko natürlich höher, denn Außenseiter siegen weitaus seltener. An dieser Stelle soll ausgelotet werden, ob man in Cheltenham mit den Favoriten geht oder doch lieber mit den weniger beachteten Pferden. Eine Frage, auf die es allerdings keine endgültige Antwort geben kann.
Die Fakten:
- nicht jeder Favorit siegt
- in großen Feldern, wie sie in fast allen Rennen des Festivals erwartet werden, kann gerade in Hindernisrennen immer viel passieren
- eine Statistik besagt, das im Schnitt jedes fünfte Rennen von einem Außenseiter gewonnen wird
Die großen Favoriten des Cheltenham-Festivals 2008 sind Kauto Star und Denman. Ironischerweise laufen sie am Freitag im Cheltenham Gold Cup gegeneinander (erstmals in ihrer Karriere übrigens) und werden beide von Paul Nicholls trainiert.
Der Stalljockey Ruby Walsh hat sich für den Ritt auf Kauto Star entschieden. Es gibt trotzdem einige Argumente gegen diesen und Gründe auf den seit Ewigkeiten unbesiegten Denman zu wetten. Dieser gewann in seiner gesamten Karriere übrigens nur einmal nicht, passenderweise 2006 in Cheltenham. Damals war er Zweiter, hat sich seitdem aber extrem verbessert.
Kauto Star verlor bei seinem Saisondebüt überraschend - es war seine erste Niederlage seit langem. Anschließend überzeugte er zwar, doch bei ihm gibt es immer ein Risiko, denn der Vorjahressieger neigt dazu, Hindernisse zu unterschätzen. In fast jedem seiner Rennen gibt es Momente, in denen der Reiter wahre Kunststücke vollbringen muss, um im Sattel zu bleiben. Das ist fraglos ein Vorteil für den sehr sicher springenden Denman.
In der Seasons Holidays Queen Mother Champion Chase am Mittwoch heißt der große Favorit Twist Magic. Auf ihn wird bereits an anderer Stelle eingegangen. Er ist ein Ex-Deutscher. Seine Favoritenrolle ist nicht so groß, wie die eines Kauto Star, er hat sie aber nicht grundlos, gewann diese Saison zweimal überlegen. Allerdings misslang die Generalprobe Mitte Januar, als er überraschend Tamarinbleu unterlag. Gegen ihn spricht außerdem, dass er verhältnismäßig unerfahren ist. Außerdem trifft er auf den Vorjahressieger Voy Por Ustedes, den er jedoch bereits bezwingen konnte. Wie man die Sache auch dreht und wendet: dieser Favorit ist eine riskante Wette.
Im Smurfit Kappa Champions Hurdle spricht quasi die gesamte Wetter-Welt über Sizing Europe, ein Pferd aus Irland mit gehörigem Potenzial. Geht es alleine nach dem Ruf, ist er scheinbar nicht zu besiegen, imponierte auch bei seiner Generalprobe und bezwang mehrere Pferde, die er in Cheltenham zur Revanche wieder trifft. Doch die Konkurrenz ist sehr groß. Auch Vorjahressieger Sublimity ist am Start. Und der sorgte schon vor einem Jahr für eine Favoritenniederlage.
Man sieht: in den drei größten Rennen des Festivals gibt es jeweils große Favoriten. Was auch daran liegt, dass die Konzentration auf diese Rennen sehr groß ist. In den letzten Jahren wurden im Schnitt zwei dieser drei Prüfungen von den Favoriten gewonnen. Ein Schnitt, der sich 2008 wiederholen könnte und eher für das Favoriten-Wetten spricht als dagegen. Wetten ist aber natürlich immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Es schadet auch selten, wenn man auf seinen Bauch hört.
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