Start der englischen Grasbahnsaison in Doncaster
Pferderennen
/ Marco Hoffmann / 20 März 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
In England ist die Sachlage denkbar einfach: Herbst und Winter gehören den Hindernisrennen, Frühjahr und Sommer den Prüfungen auf der Flachen. Wobei es natürlich Überschneidungen gibt. Auch im Sommer springen Pferde. Und in der kalten Jahreszeit gibt es Flachrennen, nur halt vor allem auf den All-Wetter-Bahnen, wo der Untergrund eine Art Sand ist. Am Ostersamstag stehen nun die ersten Grasbahnrennen in diesem Jahr an. Und zwar in Doncaster.
Dort sind zwei Rennen ganz besonders interessant. Nach Rennklasse dürfte das Listenrennen für Sprinter um die „Cammidge Trophy" eigentlich das Hauptrennen sein. 18 Pferde sprinten um 30.000 Pfund. Mit Advanced ist ein Pferd Favorit, das eine deutsche Mutter hat. Der Hengst gehört zu der erweiterten Spitzengruppe der britischen Kurzstreckenpferde, lief schon auf ganz hoher Ebene, wo er jedoch nicht bestehen konnte. Für ein Listenrennen ist er allemal gut genug. Tax Free, Lovelace und Prime Defender gelten unter den Experten als seine stärksten Konkurrenten. Für die Überraschung sind der junge Wi Dud und der mit einem putzigen Namen ausgestattete Hoh Hoh Hoh zu nennen. Auch sie können immens viel Speed entwickeln. In solch großen Feldern ist aber immer vieles möglich.
Wesentlich höher dotiert ist das „William Hill Lincoln Heritage Handicap" der Klasse 2. Es geht nämlich um 125.000 Pfund! Derartige Rennen haben zwei Dinge gemeinsam: sie werden immer von sehr vielen Pferden bestritten (am Samstag sind es 22!) und sind in Folge dessen wahre Wetträtsel. Eigentlich gelten wegen aktueller Form oder allgemeiner Klasse Prince Forever, Little White Lie, Smokey Oakey und European Dream als die Favoriten. Doch in derartigen Rennen siegen die Favoriten halt nicht unbedingt besonders häufig. Als Alternative zu nennen ist der Ex-Deutsche Raptor. Er lief bereits in derartigen Handicaps mit und war platziert. Ohnehin ist er ein gutes, wenig geprüftes Pferd mit Potenzial. Die Meilendistanz passt sicherlich. Letztes Jahr war er bei fünf Starts vier Mal unter den ersten Vier. Dass er dieses Jahr noch nicht gelaufen ist, könnte sich als Nachteil erweisen. Andererseits ist die Mehrzahl seiner Gegner ebenfalls Saisondebütant. Zumindest in der Platzierung ist Raptor vorstellbar.
Natürlich gibt es auch an diesem Wochenende wieder interessante Hindernisrennen in England. Die besten Rennen werden am Samstag in Haydock gelaufen. Hauptrennen dort ist das mit 20.000 Pfund dotierte „Red Square Vodka Fixed Brush Novices' Handicap Hurdle Final". Ganz sicher sind die Starter bei Erstellung dieser Kolumne noch nicht. Möglich, dass mit Quartano ein Ex-Deutscher antritt. Er gilt als Talent, ist es sicherlich auch, wie Platzierungen in allerdings kleineren Rennen beweisen. Zuletzt startete er beim Cheltenham Festival auf ganz hoher Ebene, wo er es erwartungsgemäß zu schwer hatte. Nach einer deutschen Stadt benannt ist Bremen. Er trieb seine Wetter lange zur Verzweiflung, war immer Favorit, doch ein Sieg wollte ihm einfach nicht gelingen. Dafür war er fünf Mal in Folge platziert, was natürlich auch eine gute Leistung ist. Kürzlich gelang der erste Volltreffer. Vielleicht folgt gleich der nächste. Klasse besitzt der Fünfjährige, das steht völlig außer Frage.
Viel Glück beim Wetten, Euer Marco
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