Galopp: In Köln wird am Sonntag der Winterfavorit gesucht
Pferderennen
/ Marco Hoffmann / 16 Oktober 2009 / Kommentar schreiben

Der Preis des Winterfavoriten, der am Sonntag (17.15 Uhr) in Köln gelaufen wird, ist das wichtigste deutsche Galopprennen für die Zweijährigen. Gesucht wird der beste Hengst aus dem jüngsten Jahrgang. Früher war der Winterfavorit gleichzeitig Favorit auf den Sieg im Derby im Folgejahr, aber das hat sich etwas geändert. Oft gewannen in den letzten Jahren nämlich Pferde, für die die im Derby geforderte Distanz unpassend ist. Gute bis sehr gute Pferde waren die Sieger aber fast immer. Das letzte Jahr könnte da ein wenig die Ausnahme gewesen sein. Vor fünf Jahren siegte zum Beispiel ein gewisser Manduro, der später von Frankreich aus zum besten Galopper der Welt avancierte.
Sieben Pferde treten um 17.15 Uhr in Köln an.
Die Nummer 1 ist Angolaner. Er ist bisher einmal gelaufen und war Dritter. Das war eine ordentliche Leistung. Sein Bruder Aspectus wurde 2005 zum Winterfavoriten.
Fierce Storm läuft gar erstmals im Leben. Allerdings für Trainer und Besitzer, die auf große Rennen spezialisiert sind und dieses Jahr u.a. das Deutsche Derby und den Großen Preis von Baden gewannen. Der junge Hengst kostete einst 230.000 Euro. Sein Jockey reist extra aus Katar an. Er läuft bestimmt gleich gut.
Kite Hunter hat zwar den Champion im Sattel, doch er gilt als die zweite Wahl von Trainer Mario Hofer. Dessen Nummer 1 ist Noble Alpha, der bei seinem Debüt im Sommer überlegen gewann, dann in einem wertvollen Auktionsrennen nur minimal geschlagen Dritter war und schließlich in einem Grupperennen in Baden-Baden Platz 2 belegte. Es siegte damals ein Engländer. Und der gewann letzten Sonntag ein Gruppe-I-Rennen in Mailand, wertete das Rennen also auf. Noble Alpha gilt allgemein als Favorit.
Nightdance Paolo gewann bei seinem Debüt zu einer bemerkenswerten Quote. Er wird von Peter Schiergen trainiert, der in großen Rennen immer eine Wette wert ist. Und: Stalljockey Andrasch Starke ist in der Nacht noch in Kanada geritten und fliegt von dort aus direkt nach Köln. Das wird er nicht auf sich nehmen, um Letzter zu werden. Glad Tiger war beim gemeinsamen Debüt schon hinter Nightdance Paolo. An seinem Stall läuft es nach langer Flaute wieder gut. Sein Bruder gewann den Winterfavoriten 2003.
Santino konnte nicht mehr als beim Debüt gewinnen. Das war allerdings in München und gegen ein Pferd von Peter Schiergen, das stallintern, soweit zu hören ist, unter Nightdance Paolo steht. Und zwar deutlich.
Logischer Favorit ist Noble Alpha. Ich denke allerdings auch, dass der Debütant Fierce Storm gleich ganz nach vorne laufen kann. Georg Baron von Ullmann will immer gewinnen. Den Aufwand seinen Stalljockey extra aus Katar einfliegen zu lassen, wo dieser den Winter verbringt, betreibt er nicht aus Spaß.
Um 16.40 Uhr gibt es auch noch ein Listenrennen für Stuten. Drei von ihnen reisen aus England an. Klar - im Herbst wollen alle Stuten (bzw. natürlich die Besitzer) Black Type erreichen. Das geht nur in Listen- und Grupperennen, da wagt man auch mal eine weite Reise. Black Type wertet den Wert einer Stute und ihrer Nachkommen auf. Wer mindestens in Listenrennen platziert ist, wird zukünftig in Auktionskatalogen fett gedruckt. Fett = Black Type.
Stärkste Engländerin ist nach Heimatleistungen Red Dune. Ich glaube aber - ganz Patriot - an einen deutschen Sieg. Und da gefallen mir die gerade erfolgreiche Rock My Soul (war vor Masquenada, Picobella und Manipura), die dieses Jahr nur einmal gelaufene Prema (letztes Jahr mit die beste ihrer Generation) und nach ihren Leistungen aus dem Frühjahr Novita doch besser.
Viel Glück beim Wetten, Euer Marco
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