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Das klassische Wochenende in Newmarket

3 Mai 2008 | About Marco Hoffmann |

Klassiker sind Rennen, die Pferde nur einmal im Leben bestreiten können. Ein Sieg oder eine Platzierung wertet den Zuchtwert immens auf. Los geht der klassische Reigen, den jedes ordentliche Land mit Galopprennsport bietet, an diesem Wochenende in Newmarket.

In den 2000 Guineas starten die jungen Hengste. Am Samstag um 16.25 Uhr deutscher Zeit treten 15 um 375.000 Pfund, also knapp 500.000 Euro, an Preisgeld an. Großer Favorit ist New Approach. Nach fünf Rennen ist er noch immer unbesiegt, imponierte bei jedem seiner Treffer, die zweimal auch bereits auf höchster Ebene Ereignis wurden, sehr. Er besitzt von allen Startern die höchste offizielle Einschätzung (= Rating) und sein Trainer, der Ire James Bolger, ist im Vorfeld sehr optimistisch. Die zweithöchste Einschätzung hat Raven's Pass, für den die Kondition aus einem Rennen in 2008 spricht - das er als Favorit jedoch nur mit Platz 2 beendete, dabei jedoch von einem Pferd bezwungen wurde, welches in seinem Stall als absolute Derbyhoffnung gilt. Im Grunde sind vom Rest nur noch die Pferde aus den mächtigsten Ställen Siegkandidaten. Für die Scheichs aus Dubai und ihr Godolphin-Imperium tritt Ibn Khaldun an. Er gewann seine vier letzten Rennen, ist das Pferd mit dem dritthöchsten Rating im Feld. Aidan O'Brien aus Irland ist doppelt vertreten, wobei aber fraglos Henrythenavigator die Nummer 1 ist. Gegen diesen spricht die Tatsache, dass er zuletzt im August 2007 antrat und damals als Dritter bereits hinter New Approach einkam.

Die 1000 Guineas werden am Sonntag um 16.20 Uhr von 18 Pferdedamen bestritten. Favorisiert sind die unbesiegten Muthabara (sie hat bisher drei Starts absolviert) und Infallible (bestritt bisher nur zwei Rennen). Beide treten erstmals auf der Meile an. Man muss abwarten, ob sie diese bewältigen können. Ebenfalls zu den Favoriten zu zählen ist die aus Frankreich anreisende Natagora. In ihrer kurzen Laufbahn gewann sie bereits sechs Rennen, war auch in einer Gruppe-I-Prüfung erfolgreich. Zu nennen ist auch noch Spacious, eine weitere Gruppesiegerin im Feld, die die Meilendistanz bereits bewältigt hat. Gegen sie spricht, dass sie erstmals in der Saison antritt. Auch hier muss man aber wie immer die Pferde von Aidan O'Brien aus Irland (hinter ihm steckt das Coolmore-Imperium, der weltweit größte Züchter) und dessen große Rivalen, die Familie Maktoum aus Dubai mit ihrem Godolphin-Unternehmen und den von Saeed bin Suroor trainierten Pferden, beachten. O'Brien versucht es vierfach. Halfway To Heaven, die bisher immer Erste oder Zweite war, und Savethisdanceforme könnten stallintern über Psalm und der Doppelsiegerin Kitty Matcham stehen. So ganz sicher ist das alles aber nicht. Godolphin vertraut nur auf Laureldean Gale. Letzte Saison konnte sie noch nicht in Gruppe-I-Rennen bestehen.

Natürlich gibt es an diesem Wochenende noch weitere Grupperennen in Newmarket. Das zweite Rennen am Samstag ist eine Gruppe-III-Prüfung für Stuten. Impetious gewann letztes Jahr einmal in Deutschland, Passage of Time und Heaven Sent sind aber stärker.

Am Sonntag könnte es in den „Jockey Club Stakes" einen deutschen Sieg geben, wie vor zwei Jahren. Getaway gehört Georg Baron von Ullmann, wird jedoch in Frankreich von Andre Fabre trainiert. Der Hengst gilt als großer Hoffnungsträger, nicht erst seit seinem vierten Platz im Prix de l'Arc de Triomphe. Die Klasse, um seine 13 Gegner zu bezwingen, hat er sicherlich, doch sowohl Trainer als auch Besitzer sind mit ihren Pferden aktuell nicht gerade in guter Form. Vielleicht gewinnt also doch Sixties Icon, der Vorjahressieger. Er ist jedoch seit Juli 2007 nicht mehr gelaufen.

Schließlich treffen sich 18 Sprinter in den „Palace House Stakes". Sakhee's Secret dürfte der klare Favorit werden, wenn man seinen letzten Saisonstart in 2007 ignoriert. Die Alternativen sind vermutlich Dandy Man (aus dem Besitz der Godolphin-Scheichs) und Enticing. Den Freunden seltsamer Pferdenamen sei Hoh Hoh Hoh empfohlen, der durchaus als chancenreicher Außenseiter gelten darf.

Viel Glück beim Wetten, Euer Marco

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