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Das große Duell: Kauto Star vs. Denman
13 März 2008 | |
Es ist der Renntag der Superlative in Cheltenham. Manch Experte glaubt sogar, dass heute Umsatzrekorde gebrochen werden. Hauptgrund ist das wichtigste Jagdrennen des Jahres: der „Cheltenham Gold Cup".
Und hier fasziniert und elektrisiert das Duell der Giganten. Bleibt Vorjahressieger Kauto Star der unumstrittene Superstar der Szene? Oder gelingt Trainingsgefährte Denman die Wachablösung? Beiden ist der Sieg zu gönnen. Im Grunde kann man sich keinen anderen Triumphator vorstellen, obwohl 15 Pferde laufen. Fragt sich bloß, wer am Ende die Nase vorne hat.
Kauto Star neigt manchmal zu Fehlern, was ein Nachteil sein könnte. Andererseits hat sich Stalljockey Ruby Walsh schon sehr früh für ihn entschieden und ist sich des Sieges sicher.
Da auch heute einige am Mittwoch ausgefallene Prüfungen nachgeholt werden, beginnt der Renntag bereits um 13.30 Uhr. Es gibt neun Rennen. Den Anfang macht ein Hürdenrennen für Stuten, das zur Gruppe II gehört. Die Favoritin trägt den putzigen Namen Chomba Womba und ist diese Saison ungeschlagen. Sweet Kiln, Theatre Girl, Refinement und Gaspara sind ihre stärksten Gegnerinnen, wobei einige von diesen bereits hinter der Favoritin einkamen.
Nachgeholt wird das „Ballymore Properties Novices' Hurdle" über 4200 Meter. Mit Lightning Strike ist ein Ex-Deutscher am Start, den man keinesfalls vom Wettschein lassen sollte. Zwar gilt er als Außenseiter und war bei seinen Starts in vergleichbarer Klasse auch nicht im Endkampf. Er hat jedoch schon viel Talent gezeigt und könnte zumindest gut genug sein, um in die Grade-I-Prüfungen hinein zu wachsen.
Besiegt wurde er beim letzten Start von Hold Em, einem der Favoriten des Rennens. Dieser war bei all seinen Starts Sieger oder Zweiter. Sehr wichtig für die heutige Aufgabe: er besitzt Kampfgeist. Unbesiegt sind Aigle D'or und Group Captain. Beide sind natürlich ebenfalls Siegkandidaten. Der stärkste Ire trägt den umständlichen Namen Forpadydeplasterer und wurde bei vier Starts erst einmal bezwungen. Es ist wie so oft in Cheltenham: vieles ist vorstellbar.
Es folgt ein Handicap-Hürdenrennen der Gruppe III mit sage und schreibe 28 Startern. Da ist natürlich wieder so einiges möglich. Unter den Startern ist mit Liberate ein Wallach, der zumindest indirekte Verbindungen nach Deutschland hat. Er ist Sohn des deutschen Deckhengstes Lomitas und Bruder eines der besten in Deutschland trainierten Pferde der 90'er Jahre: Caitano (wirkt mittlerweile als Deckhengst in Russland). Gezüchtet wurde er in England. In diesem Jahr lief bei ihm noch nicht viel zusammen.
Ein Favorit ist im Feld nur schwer zu entdecken. Der letzte Treffer von Kicks For Free sah gut aus. Vielleicht sind auch Leg Spinner und Song of Songs im Endkampf dabei.
Das „JCB Triumph Hurdle" der Gruppe I wendet sich an den Nachwuchs, also die Vierjährigen. Nach Vorleistungen hat Franchoek die besten Chancen. Er wurde erst einmal besiegt, imponierte zuletzt, und Weltklassejockey A.P. McCoy reitet. Celestial Halo, Five Dream und der Ire Beau Michael gelten als seine vermeintlich stärksten Gegner um den Titel des Nachwuchskönigs.
Das nächste Gruppe-I-Rennen ist das „Albert Bartlett Novices' Hurdle". Unbesiegt ist The Tother One, der meist auch sehr imponierte. Allerdings reitet sein Stammjockey lieber den Iren Uncle Junior. Carruthers und Gone To Lunch werden ebenfalls sehr gute Chancen zugebilligt. Wieder einmal ist vieles vorstellbar.
Nach dem Hauptrennen folgt ein Jagdrennen für Foxhunter, also für Pferde, die bereits in Fuchsjagden aktiv waren. Meist handelt es sich um alte Routiniers. Mit Amicelli sieht man sogar einen Ex-Deutschen am Start, der seine zwei letzten Rennen gewann. Es muss kaum extra betont werden, dass die Anzahl der Siegkandidaten immens groß ist. Nach früherer Klasse würde Cornish Rebel gewinnen. Eine Foxhunter Chase hat er jedoch noch nie für sich entschieden, war nur zweimal Zweiter.
Es folgt ein Handicap-Jagdrennen, diesmal mit 19 Pferden. My Petra, Andreas und Crozan gelten als Favoriten. Muss betont werden, dass es sich auch hier um ein weiteres Wetträtsel handelt?
Cheltenham endet mit einem 28-Pferde-Hürdenrennen der Gruppe III. Man sieht noch einmal drei Ex-Deutsche.
Foreman ist eines der besten aus Deutschland stammenden Hindernispferde überhaupt. In Frankreich trainiert, gewann er einige große Rennen. Nun wird er in Irland vorbereitet. Diese Saison lief nicht alles glatt, er war aber einmal Zweiter. Nun versucht man es nicht über Jagdsprünge, sondern über Hürden. Fragt sich, ob das gut geht. Wanango ist ein Nachwuchstalent. Er hat in seiner gesamten Karriere noch nichts falsch gemacht und gewann seine Generalprobe. Vielleicht sorgt er für einen letzten irischen Sieg beim Festival. Der alte Caracciola ist an einem guten Tag zu allem fähig. So glaubt sein Trainer. Einen guten Tag hatte er jedoch schon lange nicht mehr. Favoriten der Fachpresse sind Psycho und I'msingingtheblues.
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