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THE OPEN CHAMPIONSHIP 2008
15 Juli 2008 | |
Es ist soweit!
Die British Open, besser bekannt als „The Open Championship" 2008, steht in seiner 137. Auflage vor den Türen des traditionellen Royal Birkdale Golf Club in Southport, England.
Das dritte Major des Jahres, das vom 17.-20. Juli stattfindet, ist das einzige der großen vier Turniere, welches auf europäischem Boden ausgetragen wird.
Durch die komplett von der PGA Tour und vom europäischen Festland abweichenden Plätze auf der Insel spielt sich die British Open in jedem Jahr wieder ganz anders als andere Turniere und hat dadurch meist nicht die starken Amerikaner der PGA Tour als Sieger.
Auch in dieser Woche sind wieder die 50 besten der Welt direkt qualifiziert. Hinzu kommen Spieler, deren Leistung in den letzten Wochen sehr gut war, welche Turniere gewonnen haben oder sich auf irgendeinem anderen Weg qualifiziert haben.
Das Wort „Open" im Namen steht dafür, dass jeder Golfer der Welt die Chance hat, sich für dieses Turnier zu qualifizieren, egal ob Professional oder Amateur.
Den ersten 36 Löchern am Donnerstag (18) bzw. Freitag (18) folgen am Samstag nach dem Cut noch einmal jeweils 18. Qualifizieren werden sich für das Wochenende die 60 Besten und die, die nicht mehr als zehn Schläge hinter der Führung liegen.
Als Titelverteidiger des mit rund 6,5 Millionen Euro dotierten Turniers geht in dieser Woche der Ire Padraig Harrington an den Start.
Harrington konnte sich letztes Jahr in Carnoustie nach einer sensationellen Schlussrunde gerade noch ins Stechen mit Sergio Garcia, der schon wie der sichere Sieger aussah, retten und dieses dann für sich entscheiden.
Falls es zu einem Stechen kommt, wird dies bei der British Open traditionell über vier Löcher im Zählspiel ausgetragen. Falls es dann noch keinen Sieger gibt, folgt ein Sudden Death Loch für Loch.
Harrington strich für seinen Sieg ca. 1,1 Millionen Euro ein.
Geschichte:
The Open ist das älteste der vier Major-Turniere.
Erstmals ausgetragen wurde es im Jahr 1860 im Prestwick Golf Club. Damals spielten nur acht Spieler den Titel unter sich aus. Auf dem 12-Loch-Golfplatz von Prestwick wurden an einem Tag drei Runden gespielt. Durchsetzen konnte sich damals Willie Park Senior.
Er bekam für seinen Sieg den damaligen „Pokal", einen roten Ledergürtel mit silberner Schnalle.
Das erste Preisgeld wurde dann im Jahr 1864 eingeführt. Der Sieger erhielt stolze sechs Pfund.
Nachdem Young Tom Morris 1870 zum dritten Mal die Open gewann, ging der Gürtel in seinen Besitz über.
Seitdem, also seit über 130 Jahre, gibt es für den Sieger alljährlich den wohl berühmtesten und wichtigsten Pokal in der Golfwelt zu gewinnen, den Claret Jug.
1892 dann wurde das Turnier erstmals über 36 Löcher ausgetragen.
Interessant ist der Fakt, dass bis 1939 lediglich zwei Profis, die nicht aus Großbritannien stammen, die British Open gewinnen konnten. Einer von beiden war der nicht ganz unbekannte Walter Hagen im Jahr 1922.
Früher war die British Open trotz dass sie zu den Majors zählte nicht sehr beliebt. Unter anderem, weil die PGA Tour das für die Amerikaner viel wichtigere PGA Matchplay Championship an exakt dem gleichen Termin veranstaltete. So spielte beispielsweise Bobby Jones, damals mit Abstand bester amerikanischer Spieler, nur eine einzige British Open, da er lieber die Turniere der PGA Tour für sich entscheiden wollte. 1953 gewann er natürlich bei seiner einzigen Teilnahme direkt.
1959 dann begann die Zeit der drei Golflegenden Jack Nicklaus, Arnold Palmer und Gary Player. Sie machten die nächsten 20 Jahre fast alle Siege mehr oder weniger unter sich aus, was die Dominanz der drei in den 60ern und 70ern bestätigt.
Erst 1995 wurde The Open in den PGA Tour Kalender aufgenommen und bekam damit eine eigene Woche, wo kein anderes Turnier stattfindet. Diesen Schritt ging man, um eine gewöhnliche Major-Atmosphäre zu schaffen und die Besten der Besten dabei zu haben.
Platz:
Der Austragungsort der British Open wechselt jährlich. Es gibt eine Liste, in der momentan neun Plätze stehen, welche rotierend als Austragungsort gewählt werden. Traditionell sind alle diese neun Plätze Links-Kurse.
Dieses Jahr fiel die Wahl auf Royal Birkdale, wo die Open zuletzt im Jahr 1998 ausgetragen wurde.
1954 wurde hier zum ersten Mal gespielt. Seit der Platz der Rotationsliste angehört, wurde nur auf dem noch älteren und traditionelleren St. Andrews Old Course öfter gespielt als in Royal Birkdale.
Gegründet und gebaut wurde der Platz im Jahr 1889 von Fred Hawtree, der ihn im Jahr 1922 noch einmal veränderte.
Seitdem hat sich außer ein paar Yards Länge nichts mehr am ursprünglichen Design und Layout verändert.
In diesem Jahr müssen die Profis 7.173 Yards bei einem Par von 70 bewältigen. Klingt sehr lang, durch die Gegebenheiten der Linksplätze spielt sich das jedoch um einiges Kürzer.
Im Normalfall laufen, rollen und springen die Bälle noch gute 40-50 Meter auf dem Fairway, nachdem sie gelandet sind. Durch den extrem trockenen und dadurch harten Boden fällt es teilweise sogar schwer, die Grüns mit einem kurzen Eisen anzuspielen, da die Spieler keinen Spin auf die Bälle bekommen.
Sehr entscheidend ist die Tatsache, dass keine zwei Löcher des Platzes, die hintereinander gespielt werden, in die gleiche Richtung gehen. Dies ist insofern von wichtiger Bedeutung, da der Wind bei den British Open immer eine sehr große Rolle spielt. So können sich die Spieler also nicht richtig auf eine Windrichtung einstellen, da sie am nächsten Loch wieder in eine komplett andere Richtung spielen müssen.
Das ist auch ein Hauptgrund, warum die Ergebnisse in St. Andrews immer deutlich niedriger sind als bei den übrigen Plätzen. In St. Andrews verlaufen die ersten neun Löcher in eine Richtung und die zweiten neun gehen in genau der anderen Richtung zurück.
Neben der British Open war Royal Birkdale in der Vergangenheit auch schon Austragungsort von diversen anderen tollen Events. Highlight war während den 60er Jahren zweimal die Austragung des Ryder Cups.
Teilnehmerfeld:
Einmal mehr sind hier wieder die Besten der Welt am Start.
Zwei prominente Ausfälle sind leider zu verzeichnen. Neben Tiger Woods, der Nummer 1 der Welt, der wegen einer Knieoperation ausfällt, musste auch Luke Donald, 19. Der Weltrangliste, aufgrund einer Verletzung schon vor Beginn des Turniers die Segel streichen.
Somit fallen zwei Spieler aus, die beide zu den Favoriten auf den Titel zählten, Woods sogar als absoluter Topfavorit.
Jedoch auch Donald hätte in seiner Heimat definitiv um seinen ersten Majorsieg mitspielen können.
So zählen in dieser Woche zu den Topfavoriten:
- Sergio Garcia: er spielt tolles Golf in den letzten Wochen und hat bei der Players Championship gezeigt, dass er auch noch große Turniere gewinnen kann. Momentan liegt er auf Rang sieben der Weltrangliste.
- Ernie Els: ist ein absoluter Dauerbrenner, was die British Open angeht. Jedes Jahr, egal in welcher Form er sich befindet, zählt er zu den Favoriten und schneidet immer gut bis sehr gut ab.
Els liegt momentan an Position sechs der Welt und hat in diesem Jahr noch nicht sein bestes Golf gezeigt, was ihn noch hungriger auf den Sieg machen dürfte.
- Phil Mickelson: obwohl Europa nicht zum Gebiet des Phil Mickelson gehört und er in der letzten Woche in Loch Lomond nicht überzeugen konnte, muss die Nummer zwei der Welt hier auf jeden Fall zu den Favoriten zählen. Mickelson ist immer und überall in der Lage, ein Turnier zu gewinnen und durch sein fantastisches kurzes Spiel wird er hier gegenüber dem Rest des Feldes einen großen Vorteil haben. Es gibt keinen im Feld, der sich so gut wie Mickelson aus prekären Lagen rund um das Grün retten kann.
Zum erweiterten Favoritenkreis würde ich noch Spieler wie Lee Westwood, Padraig Harrington oder auch Justin Rose zählen.
Dann gibt es noch die Kategorie von Spielern, die aktuell gut spielen, denen ich aber nicht wirklich große Chancen ausrechne. Nichtsdestotrotz sind gehören Spieler wie Stewart Cink, Adam Scott oder auch Geoff Ogilvy zu den besten der Welt! Es ist jedoch ihre Spielweise, die sie wohl an einem British Open Sieg hindern wird.
Außenseitertipps kann man zum Beispiel auf Grame McDowell riskieren, der letzte Woche mit der Scottish Open die offizielle Vorbereitung auf diese Woche gewann, eines der am höchsten angesehen Turniere der European Tour.
Durch seinen Sieg hat sich die Quote von McDowell mehr als halbiert. Aktuell bekommt man für einen Sieg gerade einmal noch 50€ bei einem Einsatz von 1€.
Ebenso nicht zu unterschätzen ist Martin Kaymer, einer der zwei Deutschen im Feld.
Kaymer spielt momentan nicht viele Turniere, wenn er jedoch etwas spielt, ist er vorne mit dabei oder gewinnt!
Mittlerweile befindet sich Kaymer schon auf Rang 31 der Welt, Tendenz steigend! Er bestreitet hier das dritte Major seiner Karriere. Bisher musste er bei der US Open und dem Masters jedoch beide Male einen verpassten Cut hinnehmen.
Zweiter Deutscher im Feld ist Alex Cejka, der sich last minute durch gute Platzierungen in den letzten Wochen auf der PGA Tour noch qualifizieren konnte. Ihm rechne ich allerdings keine Chancen aus.
Ehemalige Sieger:
Dieses Turnier wurde von fast jeder Golfgröße schon mindestens einmal gewonnen.
Rekordhalter ist Harry Vardon mit insgesamt sechs Siegen zwischen 1896 und 1914.
Tom Watson folgt mit fünf Siegen, gefolgt Walter Hagen mit vier Siegen oder auch Nicklaus, Player, Faldo oder auch Woods mit jeweils drei Siegen.
Interessant ist, dass seit den 80er Jahren die Amerikaner das eigentlich amerikanisch-untypische Turnier dominieren.15 der letzten 24 Open Championship gewann ein Amerikaner.
Ernie Els (2002) und Padraig Harrington (2007) sind sogar die einzigen nicht-amerikanischen Sieger seit zwölf Jahren.
Die British Open werden wie in jedem Jahr wieder ein riesiger Ereignis und Spektakel werden.
Leider ist Publikumsmagnet und Topfavorit Tiger Woods nicht am Start, jedoch verspreche ich mir trotzdem sehr viel von diesem Wochenende.
Ich gehe davon aus, dass einer der Großen am Ende das Rennen machen wird, obwohl es in den letzten Jahren mit Todd Hamilton oder auch Ben Curtis schon Außenseitersieger gegeben hat.
So langsam wird es mal wieder Zeit für einen europäischen Sieger.
Schade finde ich, dass der aktuell die PGA Tour beherrschende Kenny Perry nicht antritt. Ich hätte ihn gerne mal auf europäischem Boden spielen sehen. Sein Ziel ist es allerdings, den FedEx Cup in diesem Jahr zu gewinnen und am Ryder Cup teilzunehmen, weshalb er momentan so ziemlich jedes Turnier auf der PGA Tour spielt, was es zu spielen gibt.
Ich erwarte mit Spannung die vier Tage Topgolf vom allerfeinsten und freue mich, dieses hochklassige Turnier zu verfolgen.
Autor: Timm Göller
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