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Ist die Premier League wirklich besser als die Bundesliga?

5 Dezember 2007 | About Ralf Morscheid |

"Jeder denkt doch, er hat die beste Frau zuhause, oder?" Arsene Wengers denkwürdige Antwort auf Sir Alex Fergusons Angriff, das Arsenal Team sei ja nur ein Haufen streitlustiger Schläger. Trifft das auch auf die Englische Premier League zu, von der man auf der Insel meint, sie sei die stärkste Liga der Welt? Seit der misslungenen Qualifikation zur Europameisterschaft 2007 konzentriert sich der geneigte englische Fan wieder auf seine Premiership. Ist die Bundesliga wirklich schwächer?

Welche Kriterien passen am besten, um diese schwierige Frage zu beantworten? Konzentrieren wir uns der Einfachheit nur auf Europa, da die meisten ganz grossen Spieler eh hier spielen, auch wenn die Südamerikanischen Teams häufig Interkontinale Trophäen nach Hause geholt haben. Die Attraktivität der besten Spieler der Welt - alle in Europa - spricht aber Bände.

Wenn wir als Massgabe das importierte Talent gelten lassen, steht La Liga plötzlich gut dar, aber mit knapp mehr als der Hälfte ausländischer Spieler rangiert die Premier League hier auf Platz 1. Oder schaden zu viele ausländische Spieler sogar dem Spiel?
In Italien scheint der Trend umgekehrt. Die Zuschauerzahlen sind rückläufig. Könnte das auch an einer zu hohen Rate von importierten Spielern liegen? Bei Juventus setzt man momentan auf den entgegengesetzten Trend und tritt fast ohne "Legionäre" an.

Die Bundesliga ist dafür bekannt, dass sie spannenden Fussball bietet, ohne auf eine Armee ausländischer Profis zu bauen. Die Eintrittspreise sind niedrig und die Bundesliga ist die Liga mit den durchschnittlich meisten Zuschauern pro Spiel. Aber ist sie wirklich noch wettbewerbsfähig? Ich denke nicht...seit 1998 hat Bayern München sechs von neun Deutschen Meisterschaften gewonnen. Auch momentan ist der Klassenprimus wieder auf Rang 1 nachdem an der Säbener Strasse gross eingekauft wurde. Die Dominanz in der Liga übertrifft sogar noch die von ManU oder Madrid in England oder Spanien oder gerade Inter in Italien. Oft bestimmen ein oder zwei Teams das Geschehen für Jahre, daher ist eine Antwort auf die Wettbewerbsfähigkeit schwierig.

Die Dominanz wird in den Wettquoten widergegeben, am besten zu beobachten bei Onlinewetten. Lyon (1.1) scheint bei den Fussballkennern schon als Meister in der Ligue 1 festzustehen, Bayern rangiert nur knapp dahinter für die Bundesliga mit 1,38 (trotz der starken Nord-Konkurrenz dieses Jahr).
In den Europäischen Wettbewerben war auf jeden Fall häufig Schluss fuer die Bundesliga-Vereine, bevor es wirklich zur Sache ging.

Schauen wir uns die Zuschauerzahlen an: Die Bundesliga führt hier mit durchschnittlich 40000 Fans pro Spiel. Das ist mehr als irgendwo in Europa. Die Serie A kommt gerade einmal auf 23000, La Liga auf 30000.

Wenn der Mammon entscheidet, ist die Premiership klar vorne. Hier werden höhere Gehälter gezahlt, deutlich mehr in Transfers gesteckt und es wird auch mehr Geld angelockt, z. B. durch Übertragungsrechte oder Marketing. Im edlen Club der 20 reichsten Vereine ist die Premiership mit gleich acht Teams vertreten. Die Seria A folgt mit vier.

Die Englischen Teams kommen auch in der Regel weit in der Champions League, aber nur zweimal habe englische Clubs diesen Wettbewerb in den letzten zehn Jahren gewonnen. Seit dem Bann von englischen Clubs aber ist der Aufwärtstrend klar erkennbar mit der Teilnahme an drei CL-Finalen.

Das lässt uns einen Blick auf die Nation des Champions League Gewinners werfen: England führt hier mit 2.6. Eine viel geringere Quote ist kaum möglich bei solch einem riesigen Markt für Sportwetten.
Die Quote für den Sieg eines deutschen Vertreters liegt bei 25 auf Betfair's Wettbörse.

Das spricht eigentlich schon eine eindeutige Sprache, oder?

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