Fußball WM 2010: Quoten zwischen Kaffeesatz und Schnäppchen
Fußball WM 2010
/ Editor / 09 Februar 2010 / Kommentar schreiben Wettbonus Zum Wettmarkt

Führt die Dauerbelastung von Messi beim FC Barcelona dazu, dass der argentinische Star ausgepowert zur WM fährt?
Nur noch vier Monate bis zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Wir werfen ein Blick auf die aktuellen Quoten der teilnehmenden Mannschaften für einen WM-Sieg und gehen der Frage nach, ob eine Wette im Vorfeld mehr mit Kaffeesatzleserei zu tun hat oder mit rationaler Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten.
AUSSENSEITER ODER FAVORIT?
Eine Wette auf einen der vielen Außenseiter der WM wirkt schon verlockend. Nehmen wir als Beispiel Serbien. Quoten um 85 auf ein Team, das seine Quali-Gruppe souverän gewann und dabei Frankreich beherrschte, wirken attraktiv. Oder Griechenland, immerhin Europameister 2004, und immer noch trainiert von Erfolgstrainer Otto Rehhagel, liegt bei einer Quote um 230. Oder Algerien. Die Nordafrikaner bezwangen in der Quali den amtierenden Afrikameister Ägypten und werden trotzdem mit Quoten von 500 und mehr gehandelt. Mit Wetten auf solche Teams verbindet sich die Hoffnung, dass sie zumindest die Vorrunde überstehen, um sie dann zu einem gesunkenen Kurs verkaufen zu können. Diese Möglichkeit besteht bei favorisierten Teams unter Umständen nicht. Sollte z.B. Spanien die Vorrunde überstehen, aber in seinen Spielen enttäuschende Vorstellungen abgeben, würde die Quote (ca. 5.5) des Top-Favoriten wahrscheinlich sogar steigen.
STEIGENDE QUOTEN NACH DER AUSLOSUNG
Interessant ist auch der Blick auf die Entwicklung der Quoten nach der Auslosung der Vorrundengruppen: Brasiliens Quote stieg von 5.5 auf 6.2, denn die Südamerikaner kamen in die „Hammergruppe" G mit Portugal, der Elfenbeinküste und Nordkorea. Die Quoten auf Portugal schnellten nach der Auslosung deswegen sogar von 23 auf aktuell 32.
Aber es geht noch weiter nach oben: Geradezu raketenartig stieg die Quote für Griechland (von 140 auf 230), für die Schweiz (von 220 auf 330) und für Slowenien (von 280 auf 430). Dies bedeutet: Der Markt erwartet bei diesen Teams ein Ausscheiden schon in der Vorrunde.
Und Deutschland? Die Gruppengegner Australien, Serbien und Ghana entsprachen wohl einem mittleren Erwartungswert, die Quote auf Deutschland als WM-Sieger (ca. 15.0) änderte sich kaum. Dies trifft auch auf Deutschlands Gruppengegner selbst zu. Es hätte schlimmer kommen können - aber eben auch besser. Entsprechend auch die Quote auf einen deutschen Gruppensieg, die knapp unter 2.0 liegt (was einer knapp 50%igen Wahrscheinlichkeit entspricht). Interessant, dass das aktuelle Hick-Hack um Jogi Löw sich überhaupt nicht in den Quoten manifestiert. Der Markt misst den DFB-Querelen (noch) keinerlei Bedeutung zu.
KAFFEESATZLESEREI ODER PROFI-PROGNOSE?
Viele Faktoren spielen für die erwartete Formstärke der WM-Teams eine Rolle. Picken wir nur einen Faktor raus: Die körperliche Belastung. Hier könnte man z.B. ein Handicap für Argentinien und England sehen, denn ihre Schlüsselspieler wie Messi und Rooney sind auf verschiedenen Wettbewerben im Dauereinsatz für ihre Top-Clubs und spielen bis zum Sommer am Rande ihrer körperlichen Belastbarkeit. Frankreichs Schlüsselspieler Ribery und Benzema dagegen waren lange verletzt und könnten rechtzeitig zur WM wieder voll im Saft stehen und kräftemäßig aus den Vollen schöpfen. Kaffesatzleserei oder Profi-Prognose - das wissen wir erst nach der Weltmeisterschaft.
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