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Schumis Rückkehr beflügelt Formel1

Formel 1 RSS / Editor / 03 August 2009 / Kommentar schreiben

Erst kamen die schlechte Neuigkeit vom BMW-Austritt aus der Formel 1. Dann die beruhigende Nachricht, dass Felipe Massa auf einem guten Weg ist, sich vollständig von seinem Unfall zu erholen. Doch keiner hat mit der sensationellen Nachricht von Michael Schumachers Rückkehr zu Ferrari gerechnet. David Croft kommentiert die aktuelle Situation der Formel1.

Mittwoch, 30. Juli. Es sollte eigentlich ein ganz normaler Tag werden, doch es wurden seltsame und komplett verrückte 24 Stunden. Von Dienstagabend, an dem die Gerüchteküche um den Rücktritt BMWs aus der Formel 1 zu brodeln begann, bis zu dem Moment, an dem der großartigsten Fahrer der vergangen Jahre seine Rückkehr in die Formel 1 ankündigte, um seinem alten Team auszuhelfen. Einfach atemberaubend und unglaublich!

Die Sache mit BMW ist keine gute Neuigkeit. Sicher, Hersteller kommen und gehen wieder. Aber BMW konnte sich in der letzten Saison enorm steigern, sich sogar eine Poleposition angeln und gewann die erste Konstrukteurswertung nach nur drei Jahren in der Formel 1.
Leide bewegten die schlechten Resultate 2009 und der Rückgang der Automobil- Verkaufszahlen den BMW- Vorstand dazu, eine hastige Entscheidung zu fällen. Vielleicht eilt ihnen ja noch ein großer Retter zur Hilfe. Sowie bei Brawn GP, als Honda sich zurückzog. Dr Mario Theissen, ein netter Typ, ist halt kein Ross Brawn, und ich ahne, dass die Fabrik dicht macht und der Platz auf der Strecke von jemand anderem besetzt wird. Epsilon Euskadi zeigten sich bereits interessiert und auch der Ausstatter David Richards Prodrive könnte sich ihnen anschliessen.

Aber nun von den schlechten zu den guten Neuigkeiten. Ersteinmal zu Felipe Massa: er wurde aus der Intensiv-Station entlassen. Klasse, doch es ist noch ein langer Weg, bis er sich vollständig erholt haben wird. Es gibt allerdings bereits Anzeichen dafür, dass er in Zukunft wieder Rennen fahren wird.

Nachdem Ferrari seine volle Aufmerksamkeit zunächst auf seinen angeschlagenen Fahrer und dessen bestmögliche medizinische Versorgung gerichtet hatte, konnten sie sich danach der Frage nach Massas Vertretung zuwenden. Dies gipfelte in der sensationellen News, dass Michael Schumacher in die Formel 1 zurückkehren wird.

Nur einige Stunden, nachdem sein Manager mitteilte er sei sich zu 200% sicher, dass Michael nie wieder Rennen fahren würde - Tipp an Willi Weber: man sollte sich immer erst mit seinem Fahrer absprechen, um solche Aussagen nochmal zu überprüfen - absolvierte Michael sein neuestes Fitnessprogramm und plante bereits für seinen nächsten Grand Prix.

Als Fan sage ich dazu: „Wahnsinn, dass Schumacher nun gegen die Spitzenfahrer der Gegenwart antritt. Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Mark Webber und Jenson Button, plus Kimi Raikkönnen, den die Rückkehr Schumachers sicher nicht gerade vom Hocker gehauen hat und der deshalb wohl nicht gerade in Feierlaune ist. Genau wie Fernando Alonso, der, falls sein FIA Berufungsprozess durchkommt, - am Rennen teilnehmen wird. All verwandelt den nächsten Grand Prix von einem lahmen Ereignis zu einem historischen Event.

Schumacher stellt klar, dass seine Rückkehr nichts mit einer Fortsetzung seiner F1-Karriere zutun hat, sondern mit seiner Loyalität zu Felipe und Ferrari. Trotzdem verkündete er, wie sehr er sich auf die Herausforderung freut. Das glaube ich gerne. Er kommt an einem Zeitpunkt zurück, an dem der F60 Zeichen der Besserung aufweist. Es gab nicht nur Podiumsplätze in den letzten zwei Rennen, auch der Boost durch die „KERS" (Kinetic Energy Recovery System), ein 80bhp Zusatzpower für jeweils 6.6 Sekunden pro Runde - macht wirklich einen Unterschied.

Aber ist er wirklich so konkurrenzfähig wie früher? Ist es nicht ein bisschen hart von einem 40-jährigen Mann, der 2006 keine F1 Rennen mehr gefahren ist, so viel zu verlangen? Ginge es um jemanden anderen, würde ich ja sagen. Aber es geht hier um Michael Schumacher, den siebenmaligen Weltmeister, der Mann der hinter dem Lenkrad dieser rot-glänzenden Maschine wiederzum Leben erweckt wird. Der Mann, der keiner Herausforderung aus dem Weg geht, und sich garantiert bestmöglich auf die kommende Aufgabe vorbereiten wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schumacher einen oder mehrere Saisonsiege einfährt, ist angesichts der Quote von ca. 3.0 gar nicht mal so abwegig.

Die Frage, wie der Sport sich in die Lage gebracht hat, dass Ferrari keine andere, ernstzunehmende Option hatte, außer Schumi aus seinem Ruhestand zu holen, sollte jedoch gestattet sein. Schaut man sich einmal die Alternativen an, so wäre es wahrscheinlicher gewesen, dass Alonso in Valencia für Ferrari fahren würde, als die offiziellen Testfahrer des Rennstalls. Während Torro Rosse mit einem jungen Spanier, der vor seinem ersten Rennwochenende bisher kaum eine Runde gedreht hat, ein, Risiko eingeht, holt Ferrari einen Mann zurück, der drei Jahre lang nicht aktiv gewesen ist.

Doch diese Frage kann auch an einem anderen Tag beantwortet werden. Im Moment kann ich als F1-Fan und Kommentator nur sagen, dass die Neuigkeiten von Massas Genesung und das Einspringen von Schumi den Schmerz der schlechten Neuigkeiten von BMW ein wenig abmildern. Ich erinnere mich an Michaels letztes Rennen, als er wegen eines Reifenschadens in Brasilien quer übers Feld raste. Das war Schumacher in Bestform, wie der Teufel durchzubrettern und alles was geht mitzunehmen. Hoffentlich hängt er sich wieder voll rein, so wie früher. Zu verlieren hat er nichts. Er kann dem Sport mit seiner überraschenden Rückkehr nur gut tun!

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